Category: Textilien


Geschenke zur Geburt

Februar 3rd, 2011 — 10:53pm

Als wir von der Zeitschrift “Eltern” angefragt wurden, ob sie unsere Monsterrassel von Skummis in ihrer Februarausgabe vorstellen können freute uns das sehr – sie ist ja schließlich auch ein cooles Spielzeug mit einem unschlagbaren Preis-Leistungsverhältnis. Für die ganz Kleinen haben wir aber noch ein viele andere schönes Sachen (wie z.B. die putzigen Geschenksets von Bluebird & Honey oder die flauschig weichen Biobaumwollbodies von Kate Quinn Organics)  auf Lager, die sich ebenfalls wunderbar als Geschenk zur Geburt oder zu einem anderen Anlass eignen.

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Baumwoll- vs. Biobaumwollanbau

Januar 18th, 2010 — 9:07pm

Wie im letzten Baumwollartikel versprochen, werde ich euch nun einmal die Unterschiede zwischen konventionellem und biologischem Baumwollanbau darstellen.

Konventioneller Baumwollanbau
Seit den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts hat sich die globale Anbaufläche für Baumwolle kaum verändert, doch der Ertrag pro Hektar hat sich um das Dreifache gesteigert. Wie ist so etwas möglich? Durch großflächige Monokulturen von sog. „Hochertragssorten“, massive künstliche Bewässerung, hohem Einsatz von Kunstdüngern und Pestiziden.
Die Baumwollpflanze hat einen relativ hohen Wasserbedarf und benötigt zudem viel direkte Sonneneinstrahlung, um optimal zu gedeihen. Das Problem dabei für die Baumwollproduzenten ist, dass jeder Regen, der die sich öffnenden Baumwollfaserkapsel trifft, die Qualität der Baumwolle verschlechtert. Aus diesem Grund etablierte sich der Baumwollanbau größtenteils in subtropischen im Sommer trockenen Gebieten und muss dort, aufgrund des logischerweise fehlenden Regens, stark künstlich bewässert werden. Die Folgen dieser Standortwahl und künstlichen Bewässerung sind für die Anbaugebiete fatal: Ein massives Absinken des Grundwasserspiegels führt zu Trinkwassermangel und zu einem enormen Absinken des Wasserpegels in umliegenden Gewässern. Das wohl prominenteste Opfer des Baumwollanbaus ist der Aralsee in Kasachstan/Usbekistan. Er verlor seit den 1960er Jahren 90% seines Wasservolumens und „Versalzte“ (Habt ihr gewusst, dass der konventionelle Anbau der Baumwolle für eine einzige Jeans bis zu 8000 Liter Wasser verbraucht?). Auch der Anbau in Monokulturen hat schlimme Folgen für die Umwelt:

Durch die intensive Nutzung des Bodens laugt dieser schnell aus, was man versucht durch den massiven Einsatz von Kunstdüngern zu kompensieren, doch dies führt letztendlich doch dazu das der Boden unwiederbringlich zerstört wird und das Grundwasser durch Chemikalien verseucht ist, die für die Schädlingsbekämpfung in den hochsensiblen Monokulturen eingesetzt wurden. Hinzu kommen die Entlaubungsmittel (Agent Orange) die eingesetzt werden um die maschinelle Ernte zu erleichtern. Es entsteht ein Mangel an Trinkwasser und die durch den Wind aufgewirbelten Insektizide, Dünge- und Entlaubungsmittel verursachen bei der Bevölkerung schlimme Krankheiten, Missbildungen bei Kindern und eine hohe Sterblichkeitsrate bei Säuglingen.
Menschlich, ökologisch und finanziell (die Bauern sind meistens überschuldet vom Kauf der ganzen Dünger und Pestizide) ist diese Art des Baumwollanbaus nicht nur ein Desaster sondern auch eine Sackgasse – nur aus Sicht der Arbeiter, der restlichen Bevölkerung und der Umwelt in den Anbaugebieten – natürlich nicht aus der Sicht derer, die damit wirklich Geld verdienen. Ich finde es schlimm, dass solche Zustände in einer angeblich „fortschrittlichen“ westlichen Zivilisation nur ein Randthema sind und die Konsumenten des Rohstoffes Baumwolle, eigentlich gar nicht darüber aufgeklärt werden. Zum Glück gibt es immer mehr Menschen die Umdenken und nach besseren Alternativen suchen. Eine ist der biologische Baumwollanbau, den ich euch jetzt vorstellen möchte.

Biologischer Baumwollanbau
Eine biologische und nachhaltige Anbauweise achtet immer darauf  das natürliche Gleichgewicht des Anbaugebietes nicht zu zerstören, indem sie den Boden auf natürliche Weise fruchtbar erhält, ein großes Artenreichtum in Flora & Fauna zulässt und auf den Einsatz von Chemikalien verzichtet. Die vielen verschiedenen Pflanzenarten die zwischen den Baumwollpflanzen wachsen, bieten einer Vielzahl an insektenfressenden Tierarten Schutz und Lebensraum, was wiederum das Schädlingsaufkommen limitiert. Ein fruchtbarer und gesunder Boden hilft der Pflanze widerstandsfähiger gegenüber Dürren und Schädlingsbefall zu  bleiben und ein besseres Wurzelwerk auszubilden (= bessere Nährstoffversorgung).
Um eine kbA-Zertifizierung (kontrolliert biol. Anbau) zu bekommen, muss ein Boden deshalb mindestens 3 Jahre nach den Regeln des biol. Landbaus bewirtschaftet worden sein, um zu garantieren, dass sich ein ökologisches Gleichgewicht einstellen konnte. Das Verbot, gentechnisch manipulierte Lebewesen einzusetzen ist obligatorisch.
Die „biologisch“ angebaute Baumwolle wird, im Gegensatz zur konventionell angebauten nicht in einer Monokultur angebaut, d.h. sie wird im Wechsel mit Pflanzen wie Mais, Reis, Erdnüssen oder Hirse angebaut, wodurch einerseits die Vermehrung von Baumwollschädlingen unterbrochen und andererseits der Boden geschont wird. Dieser Prozess wird von natürlichen Düngern wie Kuhmist oder organischen Abfällen unterstützt.
Da die Baumwollkapseln, aus denen die Baumwollfasern gewonnen werden unterschiedlich schnell reifen, wird mehrfach von Hand gepflückt. Auf diese Weise werden immer nur die reifen Kapseln geerntet, was wiederum Baumwolle bester Qualität garantiert. Zum Vergleich: Beim konventionellen Anbau wird nur einmal maschinell geerntet, unreife und reife Kapseln dadurch vermischt und gemeinsam verarbeitet, worunter die Qualität merklich leidet.
Da bei „kbA“ auf jeglichen Einsatz von Chemikalien verzichtet wird, hat dies auch keine negativen Auswirkungen auf die Gesundheit der Feldarbeiter und der umliegenden Bevölkerung. Auch finanziell gesehen ist kbA wesentlich besser für die Regionen, in denen angebaut wird als die konventionelle Methode: es fallen für den Bauern keine Kosten für Pestizide, Entlaubungsmittel und andere Chemikalien an, die Baumwolle ist, aufgrund der hohen Qualität, wesentlich mehr wert und die Abnehmer der Bio-Baumwolle zahlen in der Regel wegen des Mehraufwandes eine zusätzliche Prämie von 20-40% des Einkaufspreises an die Bauern aus. Glücklicherweise erkennen immer mehr Menschen die vielen Vorteile des kontrolliert biol. Anbaus für uns und unsere Umwelt. Hoffen wir, das sich dieser Trend fortsetzt.

Im nächsten Artikel werde ich euch darüber berichten, auf welchen unterschiedlichen Wegen die Baumwolle vom Feld kommt, weiter verarbeitet wird und schließlich als Shirt oder Jeans im Handel landet.

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Naturfaser Baumwolle

Januar 7th, 2010 — 1:04pm

Schon vor über 7000 Jahren wussten die alten Mexikaner von den Vorzügen der Baumwolle als Rohstoff zur Kleidungsherstellung. Manch einer führt sogar Quellen an die behaupten, dass Baumwolle schon vor 14.000 Jahren von den alten Ägyptern verarbeitet wurde. Jedenfalls laufen Menschen schon sehr lange in Baumwollkleidung herum. Und das hat gute Gründe.

Eigenschaften der Baumwolle
Die Fasern der Baumwollpflanze besitzen durch ihre besondere Bauweise viele Eigenschaften, die sie zur Herstellung von Kleidung geradezu prädestiniert:
Feuchtigkeitsaufnahme – Baumwolle kann bis zu 65% ihres Eigengewichts an Feuchtigkeit speichern ohne zu tropfen und gibt diese langsam ohne Verdunstungskälte zu erzeugen an die Umgebung ab. Leider brauch Baumwolle dadurch sehr lange zum trocknen, ist sie einmal nass geworden.
Luftdurchlässigkeit – die pöröse Struktur des gewebten Baumwollstoffes begünstigt die Abgabe überschüssiger Wärme des Körpers an die Umgebung und verhindert damit einen Hitzestau.
Hautfreundlichkeit - Baumwolle ist sehr fein, weich und kratzt deshalb nicht wie z.B. Wolle. In ihrer Rohform hat sie zudem ein äußerst geringes Allergiepotential.  
Pflegeleichtigkeit – da Baumwolle aufgrund der Anordnung ihrer Fasern sehr reißfest ist (im nassen Zustand sogar fester als im trockenen) ist sie nicht nur beim Waschen sehr strapazierfähig (waschen bis 90°C, Schleudern bei hoher Drehzahl und bügeln bis Stufe 3 ohne Probleme möglich). Sie kann auch sterilisiert, also gekocht werden. Nachteilig ist allerdings ihre geringe Dehnbarkeit und Elastizität, wodurch sie sehr schnell knittert. Deshalb gibt es heutzutage viele Textilien aus sog. Mischfasern (z.B. Baumwolle und Polyamid)mit den unterschiedlichsten Eigenschaften.
Beständigkeit – Laugen und Schweiß machen ihr kaum etwas aus, dafür ist sie sehr empfindlich bei andauernder Feuchtigkeit und den damit auftretenden Schimmelpilzen, Säureeinwirkung und länger anhaltenden Temperaturen über 200°C. Die Robustheit der Fasern ermöglichen es auch, Baumwollstoffe “aufzurauhen” und sie dadurch kuscheliger und auch wärmer werden zu lassen.
Verarbeitung – Baumwolle lässt sich wegen ihrer hohen Saugfähigkeit wunderbar Färben und Bleichen.

Wo kommt diese tolle Pflanze eigentlich her?
Die Baumwollpflanze gehört zur Familie der Malvengewächse und ist, man höre und staune, mit dem Kakaobaum verwandt. Man findet sie, vertreten durch unzählige Arten auf der ganzen Welt und sie wurde  - was ich sehr bemerkenswert finde –  in grauer Vorzeit in Nord- und Südamerika, Afrika und Asien völlig unabhängig voneinander vom Menschen kultiviert und für die Textilienherstellung benutzt. 90% der heutzutage für die Textilindustrie angebauten Baumwolle ist die sog. Upland-Baumwolle, die ursprünglich aus Mexiko kommt. Wieso spielte dieser tolle Rohstoff aber so lange nur eine untergeordnete Rolle in unserer westlichen “Zivilisation”? Da Baumwolle wie schon gesagt ein tropisch-subtropisches Klima braucht um zu gedeien, wurde sie erst mit der britischen Kolonisierung Indiens und der damit verbundenen Fernhandelsbeziehungen zu einem für “uns” in großem Rahmen nutzbaren Rohstoff.
Heute wird der Löwenanteil der Baumwolle in China, Indien, USA und Pakistan angebaut.
Wie und mit was für Auswirkungen das geschieht, möchte ich euch im nächsten Artikel beschreiben und euch gleichzeitig den Unterschied zwischen konventionell angebauter Baumwolle und Baumwolle aus kontrolliert biologischem Anbau gegenüberstellen.

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Neue Serie: Textilien

Dezember 28th, 2009 — 3:47pm

Aus was besteht unsere Kleidung eigentlich?
Jeden Tag ziehen wir uns und unseren Kindern Kleidung an, ohne wirklich zu wissen was genau wir da am Körper tragen und ob das gut für uns ist. Natürlich wissen wir was z.B. Baumwolle ist, aber was wissen wir noch darüber hinaus? Wenn wir ehrlich (und nicht vom Fach) sind recht wenig. Aus welchen Rohstoffen bestehen unsere Klamotten? Wie werden diese hergestellt, verarbeitet und transportiert? Und was für Auswirkungen haben die Produktionsmethoden und die Lieferkette auf uns Menschen und unsere Umwelt? In den kommenden Monaten werde ich euch in regelmäßig erscheinenden Artikeln die verschiedenen Natur- und Synthetikstoffe vorstellen und die oben gestellten Fragen versuchen hinreichend zu beantworten. Den Anfang machen die pflanzlichen Naturfasern, wie z.B. Baumwolle, Bambus und Hanf.

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