Weihnachtszeit ist Zuckerzeit
Für wen ist Weihnachten nicht die Zeit der Lebkuchen, Plätzchen, Torten, Kuchen und Schokoladen in allen Variationen? Die Kinderaugen fangen an zu leuchten bei dem Gedanken an all die süßen Leckereien und wir fragen uns vorausschauend, wie wir wohl die ganzen Weihnachtspfunde wieder runter kriegen. Als Eltern quält uns aber noch eine andere, wichtige Frage: Wie viele Süßigkeiten kann ich meinem Kind erlauben?
Die Spannweite der möglichen Antworten auf diese Frage reicht von „gar keine“ bis „es darf so viel essen bis es brechen muss“ und hängt in der Regel von den persönlichen Lebensgewohnheiten und Überzeugungen der Eltern ab. Woher kommen die eigentlich?
Ich denke zum Großteil aus der Familienvergangenheit der Eltern. Was wir selbst in unserer Kindheit zum Thema Süßigkeiten erlebt (und gelernt) haben geben wir so oder in abgewandelter (manchmal entgegen gesetzter) Form auch an unsere Kinder weiter.
Evolutionsbiologisch hat das Verlangen nach süßer Nahrung wohl darin seinen Ursprung, dass es erstens in der Natur nichts süßes Essbares gibt das giftig ist und zweitens nur verhältnismäßig selten süße Nahrung zu finden war. Das der Mensch demnach keine „eingebaute“ Hemmung hat was Süßes betrifft ist einleuchtend. Es ist auch mehr als logisch, dass sich die Lebensmittelindustrie dieses Wissen zu nutzen macht um ihren Umsatz zu steigern, egal ob das gesund ist oder nicht. Wer weiß den schon wirklich, dass z.B. 8 Gummibärchen (=16g) soviel Zucker enthalten wie 5 Stücke Würfelzucker (=12,5g)?

Um sich die anfangs gestellte Frage sinnvoll beantworten zu können sollte man also zumindest grob wissen, was für Auswirkungen der Konsum von Zucker, der in fast jeder Süßigkeit (wenn man mal von Zuckerersatzstoffen & Süßstoffen absieht) enthalten ist, auf unsere Kinder hat.
Zucker beeinflusst den Insulinspiegel des Körpers (Insulin: Hormon aus der Bauchspeicheldrüse das den Blutzuckerspiegel senkt und den Zucker im Körper verteilt). Wird mehr Zucker konsumiert als nötig, wird auch dementsprechend mehr Insulin produziert, was zur Folge hat, dass der Blutzuckerspiegel tiefer fällt als er soll. Der Körper möchte das natürlich wieder ausgleichen. Resultat: Heißhunger, man ist mehr als nötig und das Spiel geht von vorne los. Das offensichtlichste Resultat dieses Spiels sind die erwähnten Weihnachtspfunde, aber ein Zuviel an Zucker kann unter anderem auch folgende Symptome auslösen:
Antriebs- und Energielosigkeit, Angstzustände, Magen- und Darmprobleme wie Blähungen, Durchfall und Verstopfung, Hautkrankheiten, Pilzbefall, Nervosität, Schlafstörungen oder Konzentrationsschwäche.
Die bekannteste negative Folge von zuviel Zucker ist wie wir alle wissen Karies. Zahnarztverbände plädieren deshalb für einen sog. „zuckerfreien Vormittag“, damit die sauber geputzten Zähne genügend Zeit haben sich vom Angriff durch den in Süßigkeiten enthaltenen Zucker zu erholen. Als Faustregel gilt: um 8 Stunden „Angriff“ auszugleichen brauchen die Kinderzähne 16 Stunden Zeit zur „Abwehr“ (=Regeneration).
Mein persönliche Antwort: Kinder dürfen naschen! ABER:
Am besten mit Süßem erst nach dem Mittagessen anfangen und nur in Maßen nach Mahlzeiten naschen. Nach dem Naschen Zähne gründlich putzen. Eine Wochenration an Süßem gemeinsam festlegen und vom Kind selbst einteilen lassen. Selbst Vorbild sein. “Versteckte” Zucker aufspüren, reduzieren und nicht auf Süßstoffe ausweichen. Nur wenig süße Geschenke zu besonderen Anlässen machen. Als gesunde Alternativen zu Zucker & Süßstoffen kann man Folgendes verwenden: Agavendicksaft, Ahornsirup, kaltgeschleuderter Bienenhonig, Stevia und Trockenfrüchte.


