Archive for Juli 2010


Design-Werkstätten

Juli 31st, 2010 — 7:51pm

Während meines Studiums habe ich an einem recht großen Projekt zusammen mit jungen geistig behinderten Menschen gearbeitet. Es ging darum, Lösungen zu finden, um geistig Behinderten mehr Autonomie im Alltag zu ermöglichen, da sie in vielen Bereichen doch noch sehr intensiv betreut werden müssen. Bei diesem Projekt lernte ich nicht nur sehr tolle Menschen kennen, sondern auch die Welt mit anderen Augen zu betrachten. Deren für uns manchmal schwer nachzuvollziehende Denkweise erweckt oft den Eindruck, sie seien dumm. Doch das sind sie mitnichten, auch wenn man ihre Art zu Denken mit dem Intelligenz Quotienten nicht messen kann. Sie sind einfach nur anders als wir “Normalos”.  Vielen von ihnen arbeiten in ganz normalen Betrieben oder in Werkstätten für Behinderte. Sie leben fast genauso wie wir und haben die gleichen Interessen. Beim Wort “Behindertenwerkstätte” denken viele an etwas schräg zusammengebautes Holzspielzeug, das man auf dem Weihnachtsmarkt oder dem Gemeindebasar kaufen kann. Das dieses Klischee absolut nicht mehr stimmt, möchte ich nun anhand einiger Beispiele beweisen und euch gleichzeitig ein paar hochwertige Designer-Stücke präsentieren. Unter loony-design, absolut-social, fairwerk, living-quality oder sidebyside-design findet ihr nicht nur schöne Kinderspielzeuge, sondern auch witzige Küchenutensilien, Möbel oder Lifestyle-Produkte, die in Qualität und Optik den großen Marken in nichts nachstehen. Viel Spaß beim Entdecken.

behindertenstaette(Bilder von absolut-social)

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Letzter Tag der laa Berry Aktion!!

Juli 31st, 2010 — 10:14am

salee

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Erziehungsratgeber mal anders

Juli 25th, 2010 — 8:11pm

Heute möchte ich ein Buch für euch rezensieren, dass nicht nur mich als Vater angesprochen hat, sondern auch den Wissenschaftler in mir. Es geht um “Die neue Elternschule” von Margot Sunderland. “Och nö, nicht schon wieder ein Erziehungsratgeber, ich hab doch schon 10 im Regal stehen!”
So oder ähnlich denkt ihr jetzt eventuell, doch ich kann euch beruhigen – dieses Buch verfolgt einen anderen Ansatz. In der neuen Elternschule geht es nicht darum den 100.000sten Wunderweg aufzuzeigen, wie man seine Kinder “richtig” erzieht. Es geht hier viel mehr darum, dem Leser ohne viel wissenschaftlichem Kauderwelsch und mit ansprechender Aufmachung zu erklären, wie sich das kindliche Gehirn im Laufe der Zeit entwickelt und welche Auswirkungen unsere Erziehung darauf hat. Nehmen wir den Wutanfall eines kleinen Kindes zum Beispiel: Viele machen sich nicht bewusst, dass nicht nur der Körper eines Kindes, sondern auch sein Gehirn noch nicht fertig entwickelt ist. Bekommt unser Kind einen Wutanfall, weil wir z.B. versuchen es anzuziehen, liegt der Auslöser dieser Emotion in unserer Entwicklungsgeschichte begründet. Früher sollten Emotionen wie Angst, Wut und Trennungsangst verhindern, dass die Kinder von Raubtieren gefressen wurden oder sich von den Eltern zu weit entfernten. Das ist zwar heute auch noch wichtig, doch leben wir inzwischen ein ganz anderes Leben, mit anderen Gefahren. Da das kindliche Gehirn etliche Strukturen in seinem rational denkenden Teil noch nicht ausgebildet hat, fehlt ihm die Fähigkeit viele alltägliche Situationen richtig zu beurteilen und entsprechend darauf zu reagieren. Der Knackpunkt ist nun der, dass kleine Kinder sich wegen dieser fehlenden Strukturen nicht selbst beruhigen können. D.h. sie brauchen unsere Hilfe um diese Emotionen zu verarbeiten. Versteht man diesen Prozess, geht man ganz anders auf sein gerade herum wütendes Kind ein.
In “Die neue Elternschule” werden noch viele andere Themen und Situationen aus dem Alltag mit Kindern aufgegriffen und analysiert, so dass man einen großen und wertvollen Überblick über das Zusammenwirken von Erziehung und Hirnentwicklung erhält. Die Lektüre dieses Buches hat uns persönlich sehr viel gebracht, da es unser Verständnis für viele Verhaltensweisen unserer Tochter enorm erweitert hat ohne uns einen dogmatischen Erziehungsweg vorzugeben.

elternschule

(“Die neue Elternschule” Margot Sunderland; ISBN: 978-3831016402)

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Die Wasser-Uhr

Juli 22nd, 2010 — 8:40pm

Wenn ihr von einer mit Wasser betriebenen Mühle oder von einem Wasserkraftwerk hört, winkt ihr ab – ist doch ein alter Hut! Wie sieht es aber aus, wenn ich euch von einer wasserbetriebenen Digitaluhr erzähle? Als ich die Bedol water clock im Netz entdeckte, dachte ich zuerst, die wollen mich doch auf den Arm nehmen. Aber es funktioniert wirklich. Eine Digitaluhr ohne Batterien, die nur von Leitungswasser und einem Schuss Zitronensaft angetrieben wird – das spart Geld für teure Batterien und schont die Umwelt.  Wenn es euch genau interessiert, wie das Ganze physikalisch-chemisch funktioniert und ihr oder eure Kinder Lust haben ein kleines Experiment zu machen, schaut hier vorbei oder hier. Solltet ihr die Wasseruhr haben oder verschenken wollen – Amazon hilft weiter.

uhr

(Image: www.bedolwhatsnext.com)

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Straßenkinder in Deutschland

Juli 19th, 2010 — 9:09pm

Neulich schrieb ich hier im Blog über die hohe Zahl Kinder in Deutschland, die in Armut leben müssen. Als wäre das in einem Sozial- und Wohlfahrtsstaat nicht schon schlimm genug, gibt es, grob geschätzt (eine klare Statistik gibt es leider nicht) in unserem Land über 10.000 Kinder die auf der Straße leben, weil sie größtenteils vor Gewalt, Vernachlässigung, Missbrauch oder emotionaler Kälte in ihrem Elternhaus flüchteten. Wenn ich dann noch lesen muss, dass etlichen Hilfsprojekte, die sich um Straßenkinder kümmern, bereits 8-Jährige betreuen, macht mich das einfach nur fassungslos. Dabei ist es nicht unbedingt die Tatsache das schon ein so junges Kind auf der Straße leben muss – das Leid um uns herum ist an sich ja schon so groß, dass man es gar nicht übersehen oder gar ignorieren kann (zumindest ich nicht). Es ist die Größenordnung, die mich erschreckt. Über 10.000 Straßenkinder bedeuten auch über 10.000 kaputte Familien. Und wenn man den Berichten glauben kann sind es sehr oft sogar die Eltern die mit ihren Kindern nicht mehr wollen. Zum Glück gibt es in vielen deutschen Städten gemeinnützige Vereine und Initiativen wie die Off Road Kids oder das Bündnis für Straßenkinder, welche den Straßenkindern Hilfe anbieten und auch als “Anwalt” beim Kontakt der Kinder mit ihren Eltern fungieren, aber leider sind es immer noch viel zu wenige, die sich mit dem Thema auseinandersetzen. Wenn ihr mehr über das Thema wissen wollt schaut einfach auf deren Seiten vorbei, dort gibt es eine Fülle an Infomaterialien, Erfahrungsberichten und Möglichkeiten sie zu unterstützen.

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