Archive for Januar 2010


Urban Elk bei laa Berry

Januar 30th, 2010 — 10:15pm

Wie versprochen werde ich euch ab heute alle Labels vorstellen, die bald schon im laa Berry Shop zu finden sind. Den Anfang macht ein tolles Modelabel aus Dänemark, das einige von euch vielleicht schon kennen:  Urban Elk

Die Gründerin und Designerin von Urban Elk, Pouline Kiertner, lässt sich bei der Kreation ihrer Kollektionen von den skandinavischen Tugenden der Schlichtheit und der hohen Qualität bei der Verarbeitung leiten. Pouline und ihr Team legen besonderen Wert darauf, dass ihre Kollektionen aus hochwertiger Baumwolle produziert werden (ein großer Teil ihrer Kollektion ist zudem aus Biobaumwolle -kbA) und keine Rückstände irgendwelcher Chemikalien oder anderer gesundheitsschädlicher Substanzen enthalten. Deshalb werden auch nur Druckfarben auf Wasserbasis verwendet – der strenge Ökotex 100-Standard ist Pflichtprogramm. Pouline garantiert außerdem, dass während des gesamten Herstellungsprozesses, vom Anbau der Baumwolle bis hin zur Produktion ihrer Kleidung keine Kinder zur Arbeit missbraucht wurden.  Sie versuchen weitestgehend auf den Einsatz von synthetischen Fasern zu verzichten, damit die zarte Kinderhaut besser atmen kann.  Ein hoher Tragekomfort ist ihnen ebenso wichtig wie ein schlichtes und elegantes, aber kindgerechtes Design, denn schließlich soll es unseren Kindern Spaß machen Urban Elk zu tragen und uns, ihnen dabei zuzusehen. Nicht umsonst beschreibt Pouline ihre neue Kollektion letztendlich mit diesen drei klaren Worten:  Schlicht. Skandinavisch. Qualitativ.

urbanelk

Comment » | Prima Modelabels

Guter Tag – blöder Tag

Januar 24th, 2010 — 1:35pm

An Silvester versuchte ich immer, mich an das vergangene Jahr zurück zu erinnern und heraus zu finden, ob es ein gutes oder ein schlechtes Jahr gewesen ist. Leider ohne Erfolg. Wer weiß schon am Ende eines Jahres, was überwogen hat – war es ein schlechtes Jahr, weil ich mich gerade an den platten Autoreifen und die schlimme Mandelentzündung erinnere, oder war es ein gutes Jahr, weil unsere Tochter ihre ersten Schritte gemacht hat und das erste Mal “baba” gesagt hat? Wie findet man raus, wie das Jahr tatsächlich war? Die perfekte Lösung dafür habe ich vor einiger Zeit im Netz gefunden – den Spezialkalender 2010 von dorobot. Ihr müsst ihn Euch auf ihrer Seite einfach nur herunterladen, ausdrucken und dann täglich colorieren. Eine Farbe für die guten Tage und eine andere Farbe für die blöden –  Danke an dorobot

Kalender

(http://www.dorobot.de/)

Comment » | Freude am Spiel

Man kann es ..

Januar 21st, 2010 — 11:02pm

nicht oft genug sagen:
„Den Zustand einer Gesellschaft erkennt man daran, wie sie mit ihren Kindern umgeht.“

Hier in Deutschland haben wir da noch sehr viel zu tun.
Wie kann es zum Beispiel sein, dass Kinder dem Bundesimmissionsschutzgesetz der BRD nach als „Lärmverursacher“ gelten? Wie kann es sein, dass die Höchststrafe für das illegale Herunterladen eines Kinofilms höher ist als die für das Herunterladen von pädokriminellen Filmen bzw. Bildern?
Wie kann es sein, dass in der deutschen Politikerlandschaft sog. „Killerspiele“ als Sündenbock für aggressives Verhalten bei Kindern und Amokläufen benutzt werden, ohne auch nur ein bisschen Energie aufzuwenden, die wahren Ursachen für diese Verhaltensweisen zu ergründen? Wie kann es sein, dass schon 5-jährige Kinder keinen Sinn mehr in der Schule sehen, „weil sie nachher eh keinen Job kriegen“?
Beispiele wie diese könnte ich jetzt noch Seitenweise anbringen und mich darüber aufregen, doch wie steht es mit euch – was müsste sich aus eurer Sicht am Umgang mit unseren Kinder in Deutschland ändern? Und was kann jeder einzelne von uns tun, um diesen Zustand zu ändern?!

kinderanhand

Comment » | Aktiv werden

Papierschiff Ahoi!

Januar 20th, 2010 — 8:27pm

“Eine leise Liebesgeschichte voll Sehnsucht, Witz und Entschlossenheit, erzählt für kleine und große Leute.”

Als ich dieses Buch von Jorge Lujan und Julia Friese das erste Mal in unserer Lieblingsbuchhandlung in der Hand hielt, habe ich mich sofort darin verliebt. Wundervolle Illustrationen begleiten die fantasievolle Geschichte eines Mädchen, das auf einem Papierschiff ihren Sehnsüchten folgend, über das Meer segelt und dabei voller Entschlossenheit alle Gefahren umschifft, bis es endlich im Hafen anlegt. Für alle, die treu ihrem Herzen folgen genau das Richtige!

papierschiff
(“Papierschiff Ahoi!” ISBN978-3-905871-11-1 BAjAZZOVERLAG)

Comment » | Leseabenteuer

Baumwoll- vs. Biobaumwollanbau

Januar 18th, 2010 — 9:07pm

Wie im letzten Baumwollartikel versprochen, werde ich euch nun einmal die Unterschiede zwischen konventionellem und biologischem Baumwollanbau darstellen.

Konventioneller Baumwollanbau
Seit den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts hat sich die globale Anbaufläche für Baumwolle kaum verändert, doch der Ertrag pro Hektar hat sich um das Dreifache gesteigert. Wie ist so etwas möglich? Durch großflächige Monokulturen von sog. „Hochertragssorten“, massive künstliche Bewässerung, hohem Einsatz von Kunstdüngern und Pestiziden.
Die Baumwollpflanze hat einen relativ hohen Wasserbedarf und benötigt zudem viel direkte Sonneneinstrahlung, um optimal zu gedeihen. Das Problem dabei für die Baumwollproduzenten ist, dass jeder Regen, der die sich öffnenden Baumwollfaserkapsel trifft, die Qualität der Baumwolle verschlechtert. Aus diesem Grund etablierte sich der Baumwollanbau größtenteils in subtropischen im Sommer trockenen Gebieten und muss dort, aufgrund des logischerweise fehlenden Regens, stark künstlich bewässert werden. Die Folgen dieser Standortwahl und künstlichen Bewässerung sind für die Anbaugebiete fatal: Ein massives Absinken des Grundwasserspiegels führt zu Trinkwassermangel und zu einem enormen Absinken des Wasserpegels in umliegenden Gewässern. Das wohl prominenteste Opfer des Baumwollanbaus ist der Aralsee in Kasachstan/Usbekistan. Er verlor seit den 1960er Jahren 90% seines Wasservolumens und „Versalzte“ (Habt ihr gewusst, dass der konventionelle Anbau der Baumwolle für eine einzige Jeans bis zu 8000 Liter Wasser verbraucht?). Auch der Anbau in Monokulturen hat schlimme Folgen für die Umwelt:

Durch die intensive Nutzung des Bodens laugt dieser schnell aus, was man versucht durch den massiven Einsatz von Kunstdüngern zu kompensieren, doch dies führt letztendlich doch dazu das der Boden unwiederbringlich zerstört wird und das Grundwasser durch Chemikalien verseucht ist, die für die Schädlingsbekämpfung in den hochsensiblen Monokulturen eingesetzt wurden. Hinzu kommen die Entlaubungsmittel (Agent Orange) die eingesetzt werden um die maschinelle Ernte zu erleichtern. Es entsteht ein Mangel an Trinkwasser und die durch den Wind aufgewirbelten Insektizide, Dünge- und Entlaubungsmittel verursachen bei der Bevölkerung schlimme Krankheiten, Missbildungen bei Kindern und eine hohe Sterblichkeitsrate bei Säuglingen.
Menschlich, ökologisch und finanziell (die Bauern sind meistens überschuldet vom Kauf der ganzen Dünger und Pestizide) ist diese Art des Baumwollanbaus nicht nur ein Desaster sondern auch eine Sackgasse – nur aus Sicht der Arbeiter, der restlichen Bevölkerung und der Umwelt in den Anbaugebieten – natürlich nicht aus der Sicht derer, die damit wirklich Geld verdienen. Ich finde es schlimm, dass solche Zustände in einer angeblich „fortschrittlichen“ westlichen Zivilisation nur ein Randthema sind und die Konsumenten des Rohstoffes Baumwolle, eigentlich gar nicht darüber aufgeklärt werden. Zum Glück gibt es immer mehr Menschen die Umdenken und nach besseren Alternativen suchen. Eine ist der biologische Baumwollanbau, den ich euch jetzt vorstellen möchte.

Biologischer Baumwollanbau
Eine biologische und nachhaltige Anbauweise achtet immer darauf  das natürliche Gleichgewicht des Anbaugebietes nicht zu zerstören, indem sie den Boden auf natürliche Weise fruchtbar erhält, ein großes Artenreichtum in Flora & Fauna zulässt und auf den Einsatz von Chemikalien verzichtet. Die vielen verschiedenen Pflanzenarten die zwischen den Baumwollpflanzen wachsen, bieten einer Vielzahl an insektenfressenden Tierarten Schutz und Lebensraum, was wiederum das Schädlingsaufkommen limitiert. Ein fruchtbarer und gesunder Boden hilft der Pflanze widerstandsfähiger gegenüber Dürren und Schädlingsbefall zu  bleiben und ein besseres Wurzelwerk auszubilden (= bessere Nährstoffversorgung).
Um eine kbA-Zertifizierung (kontrolliert biol. Anbau) zu bekommen, muss ein Boden deshalb mindestens 3 Jahre nach den Regeln des biol. Landbaus bewirtschaftet worden sein, um zu garantieren, dass sich ein ökologisches Gleichgewicht einstellen konnte. Das Verbot, gentechnisch manipulierte Lebewesen einzusetzen ist obligatorisch.
Die „biologisch“ angebaute Baumwolle wird, im Gegensatz zur konventionell angebauten nicht in einer Monokultur angebaut, d.h. sie wird im Wechsel mit Pflanzen wie Mais, Reis, Erdnüssen oder Hirse angebaut, wodurch einerseits die Vermehrung von Baumwollschädlingen unterbrochen und andererseits der Boden geschont wird. Dieser Prozess wird von natürlichen Düngern wie Kuhmist oder organischen Abfällen unterstützt.
Da die Baumwollkapseln, aus denen die Baumwollfasern gewonnen werden unterschiedlich schnell reifen, wird mehrfach von Hand gepflückt. Auf diese Weise werden immer nur die reifen Kapseln geerntet, was wiederum Baumwolle bester Qualität garantiert. Zum Vergleich: Beim konventionellen Anbau wird nur einmal maschinell geerntet, unreife und reife Kapseln dadurch vermischt und gemeinsam verarbeitet, worunter die Qualität merklich leidet.
Da bei „kbA“ auf jeglichen Einsatz von Chemikalien verzichtet wird, hat dies auch keine negativen Auswirkungen auf die Gesundheit der Feldarbeiter und der umliegenden Bevölkerung. Auch finanziell gesehen ist kbA wesentlich besser für die Regionen, in denen angebaut wird als die konventionelle Methode: es fallen für den Bauern keine Kosten für Pestizide, Entlaubungsmittel und andere Chemikalien an, die Baumwolle ist, aufgrund der hohen Qualität, wesentlich mehr wert und die Abnehmer der Bio-Baumwolle zahlen in der Regel wegen des Mehraufwandes eine zusätzliche Prämie von 20-40% des Einkaufspreises an die Bauern aus. Glücklicherweise erkennen immer mehr Menschen die vielen Vorteile des kontrolliert biol. Anbaus für uns und unsere Umwelt. Hoffen wir, das sich dieser Trend fortsetzt.

Im nächsten Artikel werde ich euch darüber berichten, auf welchen unterschiedlichen Wegen die Baumwolle vom Feld kommt, weiter verarbeitet wird und schließlich als Shirt oder Jeans im Handel landet.

Comment » | Textilien

Pages: 1 2 Next

zurück nach oben